Montag, Oktober 23, 2017

Am 10. Juni 2009 hatte Siemens die Lieferfreigabe für das TIA-Portal V10 gegeben ...

Das Ganze wurde eine Verflechtung aus

  • dem nicht gerade fortschriftlichen und unkomfortablen WinnCC 2008 flexible
  • Step 7, mit seinem reduziertem Sprachumfang (bis heute im TIA-Portal keine OOP)
  • neu erfundenen Rädern, die nicht funktionieren wie man es erwartet (Versionsverwaltung)
  • einer Oberfläche die weit von dem weg ist, was man intuitiv und ergonomisch nennen könnte

Weitere Auffälligkeiten, die sich auch nach 8 Jahren Entwicklung unwesentlich verbessert haben

  • das UI entspricht immer noch nicht dem Windows-Style-Guide sondern ist eine Mischung aus Eigenbau, Apple-Aqua und stellenweise mit der Rückständigkeit von Windows 3.11 (z.B.: die Größer der Slider paßt sich nicht an den Inhalt an, sondern diese bleiben oft gleich groß)
  • das Ganze (wie WinCC flexible) basiert auf dem .Net-Framework, welches dem TIA-Portal zu einer "unerwarteten" Trägheit verhilft
  • trotz angeblicher IEC 61131-3 Kompatibilität führte Siemens in SCL (ST) das Variablen-Präfix # ein.
    Der so entstehende SCL-Quelltext ist nun mit nichts mehr kompatibel - schon gar nicht mit der IEC 61131-3.
  • ein mittlerweile umständlich zu bedienender Simulator (z.B. kann der Zustand von digitalen Eingängen nicht mehr direkt angewählt werden)
  • der Wegfall der Übersetzung der HMI-Texte (dafür ist wieder eine externe Software nötig - aber das "TIA Translation Tool" unterstützt nicht die Version V14!)
  • eine extrem unübersichtliche Oberfläche, die auf kleineren Auflösungen (1920 x 1080 px) nicht vernünftigt zu bedienen ist, da kaum mehr Platz für den eigentlichen "Programmierbereich" bleibt
  • die Zugriff über die API (Openess) ist im Vergleich zu Step 7 sehr umständlich geworden; dazu kommt noch, dass diese relativ unvollständig ist
  • als Import / Export Format für Listen aller Art, kann man nicht mehr den kleinsten gemeinsamen Nenner (CSV usw.) verwenden, sondern muss XLSX verwenden (kaum zu handhaben wenn MS-Excel nicht installiert ist).
    Man kann es an diesem und anderen Punkten fast nicht glauben, dass die Firma Siemens Mitglied bei AutomationML und PLCopen ist.
  • extremer Speicherverbrauch:
    Die 64bit Version verbraucht nach dem Start, ohne eine Projekt zu laden, über 600 MB Arbeitsspeicher, der beim Arbeiten immer weiter ansteigt und sich bei geladenem Projekt (ohne Inhalt) beim Drucken auf einen Gesamtspeicherverbrauch von über 3,5 GB steigert.
  • die Reaktionszeiten auf Eingaben sind sehr träge und für Aktionen wie ein neues Gerät einzusetzen, gibt es eine richtige Pause ...
    Das Problem haben IDEs wie z.B. Schneider Unity Pro XL 10 ebenfalls.
    Diese Trägheit des Siemens TIA-Portals ist sehr unabhängig von der Hardwareaustattung, da während dieser Zwangspausen die Festplatte / SSD kaum und die CPU fast gar nicht beansprucht werden; auch an der Menge des verfügbaren Arbeitsspeichers scheint es nicht zu liegen.
    Wodurch diese Pausen verursacht werden, kann ich noch nicht genau nachvollziehen, ich untersuche das in weiteren Tests noch genauer.
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